Die Elbedeiche im Bereich Dabrun
Der Bau und das Flussbett
 
 
Der Bau und das Flussbett
Die Warnung vor dem Hochwasser
Die Zuständigkeiten
Die Arbeiten bei Gefahr im Verzuge
 
 
Von Wolf-Helmer Schmidt.
 
 
Der Bau
 
Wann ganz genau die Elbdeiche im Bereich Dabrun einmal geschüttet wurden, ist nicht so genau bekannt. Bekannt ist allerdings, dass es die Menschen entlang der Elbe so etwa im 11./12. Jahrhundert satt hatten, den jährlich wiederkehrenden Hochwassern der Elbe schutzlos ausgeliefert zu sein. Genau deshalb beschlossen sie, sich dagegen zur Wehr zu setzen, indem sie Deiche errichteten. Ganz oben vom Norden, also quasi von der Elbmündung her und dann langsam weiter stromaufwärts gehend, begannen sie damit, der Elbe durch die Anlage von Deichen - mancherorts sagt man auch Dämme - wenigstens in einem gewissen Umfang Paroli zu bieten. Diese sahen damals allerdings noch etwas anders aus, als unsere heutigen. Zumeist waren sie nicht viel höher als 2 m und bestanden in aller Regel nur aus einem Sandkern, der dann mit einem mindestens 1 m dicken Belag aus bindigem Material belegt war. Hier in unserer Gegend nutze man als bindiges Material wohl lehmhaltige Erden mit zusätzlicher Bestrickung, also einer in den Lehm eingearbeiteten Strohflechtung. Zusätzlich mit einer Grasnarbe überzogen, dienten sie gleichzeitig als Weideflächen für die Schafe. Alles in allem sicher nicht so perfekt wie die heutigen Deiche, schützten sie doch Mensch und Vieh, zumindest bis zu einem bestimmten Grade, vor den fast regelmäßigen hohen Wassern nach der Schneeschmelze im Riesengebirge oder auch denen im Spätsommer und Herbst.
 
 

 
Bildmaterial folgt.

 
Das Flussbett
 
Und sie hatten noch eine zweite Aufgabe, die Deiche. Sie sollten die in unserer Gegend so rund 100m breite Elbe, die nach der letzten Eiszeit in einem mehrere Kilometer breitem Urstromtale entlang mäandert , hinsichtlich ihrer Schwingungsweite und auch ihrer Auswirkungen auf die Menschen und Dörfer der Elbaue ein wenig einzuschränken. Man wollte damit gleichzeitig die Gefahr, dass sie sich nach jedem Hochwasser ein neues Bett suchte, ein wenig verringern. Doch um all dies über die Jahre hinweg zu sichern, auszubauen und zu erweitern, waren schon damals regelmäßige Pflege, Reparatur und Erweiterungsarbeiten an den vorhandenen Deichen erforderlich. Und das machte weder ein Landesherr, noch sonst irgendjemand. Ganz allein die Anrainer, die Menschen, die im Schutze des Deiches lebten, waren dafür verantwortlich. Und was dies genau bedeutete, das wollen wir uns einmal genauer ansehen. Allerdings wollen wir uns nur auf die Deichbereiche konzentrieren, die einst durch die Einwohner von Dabrun und Melzwig zu warten und instand zu halten waren. Und das war immerhin der ganze Bereich der linkselbischen Deiche von Pretzsch aus elbabwärts, bis hin nach Dabrun.
 
 
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