Geschichte
Gemeinde Dabrun. geschrieben von Frau Janott (Bürgermeisterin 1995 - 2009)
 
 
Dabrun wurde erstmals 1353 als Dobrunn erwähnt. Anfang des 16. Jahrhunderts gehörte der Ort dem Augustinerkloster Wittenberg. Im 30jährigen Krieg wurden 1637 von 25 Bauernwirtschaften 13 zerstört. Reste des alten Gutshauses aus dem 16. Jahrhundert sind heute noch in einem Bauernhof erhalten.
 
Zwei km östlich von Dabrun befanden sich in den Sandbergen „Kanabude" zwei slawische Siedlungen, hier fanden 1934 und 1962 Ausgrabungen statt.
 
Am Dabruner Riß, einem alten Elbarm, gab es 1847 einen Weinberg nebst Winzerhaus, heute die Gaststätte und Pension „Zum Weinberg".
 
Melzwig wird 1361 in einer Urkunde des Kurfürsten Rudolf II als zinspflichtig der Kapelle Allerheiligen Wittenberg erwähnt. 1507 wird Melzwig Universitätsdorf. Im 30jährigen Krieg wurden auch hier 7 von 15 Bauernwirtschaften vernichtet.
 
Der Ortsteil Rötzsch wird 1349 erstmals genannt. Er war damals Vorwerk vom Gut Dabrun.
 
Von Wittenberg kommend befindet sich vor Dabrun der Ortsteil Boos. Dieser Ortsteil wurde erstmals 1388 erwähnt als „halbes Vorwerk zu Boz". Für kurze Zeit von 1540 bis 1543 war dieses Vorwerk im Besitz von Luthers Frau Katharina von Bora.
 
Im Jahr 1897 wurde die im Ortskern von Dabrun stehende Backsteinkirche eingeweiht. Diese Kirche hat eine sehr schöne Akustik, so dass in den Sommermonaten häufig Konzerte darin stattfinden.
 
Durch die Lage in unmittelbarer Nähe der Elbe war unser Ort oft vom Hochwasser betroffen. Häufig brach der Damm, so in den Katastrophenjahren 1598,1655,1830 und 1845.
Gefährlich wurde es wieder im August 2002. Bei dem Jahrhunderthochwasser musste auch der sich in unserem Territorium befindliche Deichabschnitt von 12km verteidigt werden. Unermüdlich kämpften die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die Einwohner und viele freiwillige Helfer im August 2002 gegen das Hochwasser. Nur so konnte unsere Gemeinde vor größerem Schaden bewahrt werden.
 
Im Jahr 2010 wurde Dabrun mit seinen Ortsteilen Melzig, Boos und Rötzsch in die Stadt Kemberg eingemeindet.